Dr. BARBARA LAIMBÖCK

Ärztin, Psychotherapeutin

Hypnose

Hypnose gilt als ältestes Verfahren mit medizinischer, psychotherapeutischer und psychosomatischer Wirkung. Eine Trance ist ein veränderter Bewusstseinszustand mit vermehrter psychosomatischer Durchlässigkeit und kognitiver Flexibilität. Imagination und Vorstellungskraft, Wahrnehmung und Assoziations- und Dissoziationsfähigkeit werden verstärkt. Diese Veränderungen sind für die klinische Anwendung der Hypnose im Bereich der Schmerz-, Angst- und Stressbewältigung, der Behandlung allergischer Reaktionen und für die Wundheilung bedeutsam. Bei der zeitgenössischen Hypnotherapie steht nicht die Suggestibilität des Klienten und die Fremdbestimmtheit hypnotischer Behandlung im Vordergrund, sondern die veränderte Informationsverarbeitung während der Trance. Daraus leiten sich eine Reihe von Therapieprinzipien ab, die zum großen Teil auf Milton Erickson zurückgehen.

Hypnotherapie ist eine medizinische Behandlungsmethode, die sich dabei psychologischer Mechanismen bedient und eine psychologische Behandlungsmethode, die ohne Kenntnis somatischer Mechanismen nicht angewendet werden kann. Sie stellt ein Bindeglied zwischen beiden Aspekten der psychosomatischen Betrachtung dar. Die Hypnotherapie nimmt daher in fachwissenschaftlicher wie berufspolitischer Hinsicht eine Mittlerrolle ein.
Hypnotherapie unterscheidet sich von der Technik der Hypnose durch eine Reihe von Charakteristika. Sie verbindet tiefenpsychologische Betrachtungsweisen der Störungsgenese mit praktisch verhaltenstherapeutischen Vorgehensweisen der Einübung und Exposition. Sie nutzt kognitive Interventionen sowohl zur Umstrukturierung (Fixierung von Bedeutung) wie zur Konfusion (Labilisierung von Bedeutung).

Besonders hilfreich ist Hypnose als Ergänzung zu medizinischen und psychotherapeutischen Behandlungsformen einzusetzen. Solche Bereiche sind etwa Wundheilung, Schmerzbewältigung in Chirurgie, Geburtshilfe, Zahnheilkunde, die Tumorbehandlung und die Behandlung chronischer Schmerzen. Bei vielen psychosomatischen Störungen (bestimmten Dermatosen, allergischen Reaktionen oder ulcerösen Erkrankungen) hat die Hypnose sich unterstützend als nützlich erwiesen. Bei einer Reihe von Verhaltensproblemen (Rauchen, Übergewicht u.ä.) hat sie sich ebenso bewährt.
(Siehe Dirk Revenstorf, Dr., Dipl.-Psych., Psych. Institut der Universität Tübingen. Juni 1993).

Besondere Bedeutung kommt dem Bewältigen von bislang unverarbeiteten Traumen zu. Durch ressourcenorientierte Hypnosepsychotherapie und Selbsthypnose wird es möglich, innere Gelassenheit, Sicherheit und Kraft zu finden und aufzubauen, um Lösungsschritte zu entwerfen und zu erproben.
In Hypnosepsychotherapie können kreative Teile des Unbewussten helfen, neue Wege und Möglichkeiten zur Problemlösung und zur persönlichen Weiterentwicklung zu finden. Dadurch können Fehlhaltungen und festgefahrene Verhaltensmuster aufgelöst und innere Potenziale verfügbarer gemacht werden. (Siehe: ÖAGATAP: Hypnosepsychotherapie).